Mailand dürfte mit Da Vincis letztem Abendmahl als zentrale Pilgerstätte der Wallfahrtsort für Food Art Fans sein. Für meinen noch jungen Blog ist das letzte Abendmahl natürlich viel zu endgültig, außerdem braucht das Internet aktuell wohl andere Dinge dringender als ein neues Abbild des Gemäldes aus der Renaissance. Nur deswegen und nicht etwa, weil die Tickets schon Monate im voraus ausgebucht sind, habe ich mir den Besuch im Kloster Santa Maria della Grazie, wo das Wandbild zu sehen ist, gespart.

Zum Glück ist Mailand nicht nur die auf Pomp und Glamour gekämmte Modehauptstadt, sondern auch eine lebendige Metropole, die an manchen Ecken überraschenderweise eher an Berlin erinnert, als an eine Kulisse für Fashionweeks. Altruistisch wie ich bin, habe ich mich für Euch von den Sights über Hipsterviertel hin zu unwahrscheinlichen Spots bewegt, um Mailands Liebe zum Essen zu untersuchen.

All das konnte ich erleben, weil der chinesische Teeproduzent Tasly so nett war, mich dazu einzuladen. Als ausgewiesener Tee-Connoisseur erwies ich mich als die richtige Wahl – mein hartes, aber faires Urteil findet ihr unter dem entsprechenden Bild, genauso wie die Kommentare zu meinen sonstigen Schnappschüssen.
Nicht nur ich weiß, dass man den Mailänder Dom am besten vom Museo del Novecento aus fotografiert.

Nicht nur ich weiß, dass man den Mailänder Dom am besten vom Museo del Novecento aus fotografiert.

Luini Milano

Das klassische Mailänder Street Food heißt „Panzerotti“, kleine Calzone Pizze mit etwas fluffigerem Teig. Wer alles richtig macht, kauft diese materialisierten Plädoyers für geschmolzenen Käse bei der Kultadresse Luini (und isst sie direkt auf der Straße davor)

Eataly Milan

Ohne Rolltreppen keine Competition! Eataly ist soetwas wie die Foodie-Variante des KaDeWes. Auf mehreren Ebenen findet der Spezialitätenhunter hier alles, was sein essensfixiertes Herz begehrt. Die Ränder säumt ein Bistrostreifen, der den unerträglichen Geräuschpegel durch gutes Essen kompensiert.

Bere Buona Birra Milan

Wer immernoch glaubt, mit Wohnsitz im Bundesgebiet lebe man im Bierzentrum der Welt, muss sich Fragen gefallen lassen. Grund hierfür sind Craft-Beer Bar/Shop Konzepte wie das von Biere buona Birra, wo man in Café Atmosphäre in Fachzeitschriften blättern, die anderen Besucher mustern oder einfach spannende, hochwertige Biere in Manufakturqualität probieren kann (Auf dem Bild zu sehen übrigens ein Kölsch, etwa 40 km von Mailand entfernt gebraut).

Tasly Deepure Pu-Erh

Ähnlich altruistisch motiviert wie ich (s.o.) gab mir Gastgeber Tasly seinen neuen „Deepure“-Tee aus. Aus einer Ur-Form des Teestrauchs wird ein sich selbst auflösendes Pulver hergestellt, ähnlich wie bei dem Matcha Tee. Der nussig-harzige Geschmack stimmt absolut, spannenderweise differiert er erheblich von typischen Tees. Das angeblich sogar gesundheitsfördernde Tee-Pulver ist noch nicht im Handel, insofern erteile ich den Kaufbefehl zu einem späteren Zeitpunkt noch:-)

PECK Milan

PECK heißt die altehrwürdige Adresse für Feinkost und Normalkost zu Feinkostpreisen. Den bislang teuersten Pfirsich meines Lebens erstand ich hier für 4,34 €. Ich war maßlos enttäuscht, denn er schmeckte höchstens nach 3,68 €. Wer sich hier das Verwirrspiel um Zahlungskarten, Bons und Abholstationen nach dem Bezahlen ausgedacht hat, gehört bestraft. Dennoch, bzw. auch ein wenig deswegen ist der Laden ein echtes Erlebnis.

Fondazione Prada

Straßenverkäufer liefern mit Selfiesticks vor dem Flagship Store Pradas in der protzig-schönen Galleria Vittorio das nötige Equipment für den neuen Touri-Massensport. In einer abgelegenen Ecke seiner Heimatstadt gönnt sich das Modelabel zusätzlich einen jungen, hippen, in seiner Funktion nur schwer fassbaren Campus. Fondazione Prada heißt das Cluster zwischen Ausstellungsort, Kino, Hangout und der vom Regisseur Wes Anderson gestalteten Bar Luce. Selfiesticks müssen hierhin jedoch selbst mitgebracht werden.

 

Lambiczoon

Keine Frage, das IPA ist wohl nach wie vor der beliebteste Craft-Beer Stil. Umso erstaunlicher, dass sich die stylishe Craft-Beer Bar Lambiczoon nach dem doch noch eher nischigem Lambic benannt hat. Man beschränkt sich hier jedoch nicht auf die spontanvergorene belgische Spezialität: Hier trank ich die zweite italienische Interpretation des Kölsch Braustils zu einem kleinen Burger, der mit Ardbeg Whisky flavoured Mayo und „tuscan cigar smoked bacon“ vollends überzeugte.

Bianchi Milan

Wie auch Prada gönnt sich der Radhersteller Bianchi in seinem Heimatort eine besondere Extravaganz. Sherlock Holmes’sche Qualitäten muss der Besucher mitbringen, der erraten möchte, dass es sich hier um ein Fahrradgeschäft handelt.

Mailand

Entdeckungen am Wegesrand verdichten das Gewebe der Erinnerung an den Kurzaufenthalt

Tyrannosaurus Milan

Selbst die letzten noch lebenden Dinosaurier Mailands flüchteten, als die Foodblogger-Phalanx über die Straßen pflügte.

Streetart Milan

Noch Fragen?

In einem separatem Post werde ich Euch noch ein paar sachdienliche Hinweise zur Expo 2015 in Milan liefern. Für heute soll es aber reichen mit der Bilderflut.

Frontansicht "In der Küche mit Alain Passard"

Frontansicht „In der Küche mit Alain Passard“ von Christophe Blain

Hard Facts:
– ca. 15 Rezepte, durchgängig gezeichnet
– 96 Seiten, Hardcover
– Erschienen 2013 im Reprodukt Verlag
– Bezugsquellen: Unterstützt den Buchhändler in Eurer Nachbarschaft!
Hintergrund:
Als ich etwa 13 war, sammelte ich exzessiv Bildchen von Basketballspielern. Immer wenn ich ein paar Mark in der Tasche hatte, fuhr ich nach Köln, um in abgefahrenen kleinen Lädchen die Sammelkarten zu teils absurden Preisen abzugreifen. Dort gab es eine Menge anderen nerdigen Krimskrams, den größten Platz in den Läden nahmen jedoch mit Comics gefüllte Holzkisten ein. Ich interessierte mich damals nicht sonderlich dafür, war aber verblüfft von der Vielfalt an Heften. Mir wurde klar: Eine treffendere Metapher als „die Spitze des Eisbergs“, lässt sich für die schlechte, kleine Auswahl an Comics in (Bahnhofs)kiosken nicht finden.
Irgendwann geriet die Johnny Cash „Walk the Line“-Biographie als Comic in meine Hände. Erstmalig konnte ich die Begeisterung nachvollziehen: Anders als ein Buch, anders als ein Film, anders als ein Cartoon transportiert das Comic seinen Inhalt. Subtile Zwischentöne und Konnotationen kommen durch die grafische Darstellung zum Ausdruck, gleichzeitig wirkt das geschriebene Wort. Auch „In der Küche von Alain Passard“ profitiert genau von diesem Effekt.
Gestaltung:
Natürlich passt zu der Arbeitsdokumentation des Dreisternekochs Alain Passard keine flattrige Mickeymouse Heft Haptik. Deswegen umschließt die festen Seiten ein solides Hardcover. Die Zeichnungen verteilen sich wild über die Seiten, was jedoch der hektischen, für Außenstehende tumultig wirkenden Atmosphäre in der Küche Rechnung trägt. Zwischen den illustrierten Seiten räumen immer wieder einfarbige, streng gesetzte Seiten auf. Insgesamt eine angenehme Kombination aus straightem Layout und geregeltem Chaos.
Aufbau:
Mit dem nervösen Gang des Zeichners Christophe Blain ins Restaurant L’Arpège beginnt das Buch. Durch seinen Außenseiterblick erleben wir die immer auf wenige Seiten verdichteten Storys. Zweimal begleitet man den Zeichner bei Besuchen in den restauranteigenen Gärten, dann beim zurückhaltenden Zuschauen in der Küche und schließlich, wie er der Entstehung der Gerichte alleine mit dem Meisterkoch beiwohnt. Durch seine Rolle wird die anfängliche Zurückhaltung und dann immer weiter fortschreitende Begeisterung für Passards Tun nachvollziehbar und überträgt sich auf den Leser. So baut sich über die gesamte Lektüre mit ihren immer wieder zwischengeschalteten Rezepten Spannung auf.
Rezepte:
Einfache Konstruktionen wie Erbsen mit Pampelmuse und frischer Minze, Kartoffelpfannekuchen sowie Ananas mit Olivenöl, Honig und Zitrone werden anhand eines ausführlichen Texts beschrieben und erklärt. Vollends erschließen sich die Gerichte erst durch die Comicstrips, die die Begeisterung und den Respekt herausarbeiten, mit denen Passard seinen Zutaten begegnet. Durch Überspitzung schwingt immer eine Komik  mit, Christophe Blain begegnet Alain Passard trotzdem stets mit Respekt. Die Rezepte sind clever ausgesucht, in ihrer Einfachheit genial, dabei niemals banal.
Alain Passard huldigt Weißkohl

Alain Passard huldigt Weißkohl

Nachkochbarkeit:
Auch mit der üblichen Küchenausstattung lassen sich die Gerichte reproduzieren und die Fingerfertigkeit eines durchschnittlichen Hobbykochs reichen aus. Hin und wieder wirds ambitionierter, beispielsweise wenn Passard Eier mit der Rasierklinge bearbeiten lässt oder ein Dragée von der Taube bastelt.
Die richtigen Zutaten zu besorgen gestaltet sich da schon schwieriger. Klar, Möhren treibt jeder auf. Passard probiert allerdings drei verschiedene Böden aus, um herauszufinden, in welchem die aromatischsten, knackigsten, schönsten Möhren wachsen. Für nicht geschulte Esser sind das Geschmacksnuancen, aber bei reduzierten Kompositionen fallen auch kleine Unterschiede ins Gewicht.
Abschließendes Urteil:
Den großen Wert von „In der Küche mit Alain Passard“ findest Du auf verschiedenen Ebenen. Da ist der Witz, der durch den außenstehenden Blick auf einen hochbegabten Food-Verrückten entsteht. Da ist der tiefe Einblick in das Tun des Arpège, inkl. Mitgliederbefragung und Tokyo-Reisevorbesprechung. Da ist das Wissen, was sich in den herrlich pointiert dargestellten Ideenfindungsprozessen findet. Da ist der praktische Nutzwert für ambitioniertere Hobbyköche. Und, vielleicht am wichtigsten: da ist der Beweis, was mit Comics alles möglich ist.
In der Küche mit Alain Passard aufgeschlagen

In der Küche mit Alain Passard aufgeschlagen

Wichtig: Der Band wurde mir vom Verlag freundlicherweise kostenlos zur Verfügung gestellt. Debello Leser wissen aber, dass das keine Auswirkung auf mein Urteil nahm.
Schon bei Toy Story drehte sich die Handlung um Spielzeug, das den Aufstand probt. Insofern ist die Idee von Samsofy nicht ganz bahnbrechend. Ich denke aber, dass man bei der Sezession der Lego Figuren, die sich von ihrem noppenbestimmten Alltag trennen und sich in einer vielschichtigeren Welt bewegen, ein wenig Aufmerksamkeit spendieren muss.
Überlegt mal, wie das ist, wenn auf einmal nicht mehr 100% der Umgebung aus Kunststoff besteht, sondern nur noch etwa 10%. Absolut klar ist für mich, dass Lego Figuren auch Foodies sind und deswegen ergibt Samsofys Vision auch so viel Sinn. Wer würde nicht auf einem Keks paddeln, sich in das Innere eines Eis bewegen und wieder ausbrechen und sich einem ersten echten Knoblauch-Rausch hingeben?
Die Antwort lautet natürlich: jeder. Und deswegen sollte auch jeder auf der Stelle, ohne Umschweife und mit sofortiger Wirkung (in einem neuen Tab) auf der Künstlerseite weitere Lego-Echtwelt Bilder stalken.

 

Lego Food Art

© by Sofiane SAMLAL a.k.a. samsofy

Lego Food Art

© by Sofiane SAMLAL a.k.a. samsofy

Lego Food Art

© by Sofiane SAMLAL a.k.a. samsofy

Was tun, wenn die Rolex der Maxime des Unterstatements nicht gerecht wird, der Porsche geleast ist und die teuersten Klamotten die kleinsten Labels haben? Wenn sich die Suche nach adäquaten Statussymbolen schwierig gestaltet, benötigt man Alternativen. Nicht nur mir ist aufgefallen, dass immer häufiger Erfahrungen herhalten müssen, um sich von der Masse abzuheben.

Unter Erfahrungen verstehe ich in dem Kontext das Herausgreifen einzelner Ereignisse aus der schier unendlichen Menge an individuell erlebten Rohereignissen, um sie mit anderen zu teilen. Die Verbreitung von Bucket Lists à la „10 Dinge, die man unbedingt erlebt haben muss, bevor man stirbt“, suggerieren sogar, dass Erfahrungen Lebensinhalt produzieren.
Aber wie lässt es sich prahlen mit einem verpatzten ersten Date? Oder einer spannenden Aufsummierung von Alltagsbanalitäten? Schlecht lässt es sich damit prahlen. Wesentlich besser funktionieren vor allem Reisen und Essen. Kulturelle Aufgeschlossenheit bzw. Weltoffenheit, das nötige Kleingeld und vor allem der Anspruch ans eigene, eben vor Erfahrungen berstende Leben kommunizieren sich selten eleganter als unter dem Deckmantel einer Erzählung aus dem Urlaub bzw. vom Restaurantbesuch.
Wenn also alle Rolexe beim Nettwerk verkauft sind, der Leasingvertrag zugunsten einer Carsharing-Mitgliedschaft aufgelöst sind und die Designerkleidung abgetragen ist, gilt es richtige Entscheidungen zu treffen. Zum Glück kennt das Internet den Pfad, der Euch über diese Links zu den großartigen Bea Crespo und Andrea G. Portoles und ihrem Projekt Brunchcity führt.
© by Bea Crespo and Andrea G.Portoles

© by Bea Crespo and Andrea G.Portoles

© by Bea Crespo and Andrea G.Portoles

© by Bea Crespo and Andrea G.Portoles

© by Bea Crespo and Andrea G.Portoles

© by Bea Crespo and Andrea G.Portoles

Ich kann es nicht verhindern. Wenn ich durch einen Pennymarkt schlendere, fällt es mir schwer die Störgefühle zu unterdrücken. Es liegt nicht an der Pseudo-Hipster Edelästhetik des Billigheimers (das wäre allerdings auch ein Grund), sondern an einem Produkt, das dort verkauft wird. Es heißt Duff Beer und ist eine Echt-Welt-Variante des Duff Biers, das man sonst nur aus der Hand von Homer Simpson kennt.

In nerdigen Shops für Jäger von Popkulturdevotionalien hätte mich das Angebot weniger verwundert, vermutlich ein Lächeln abgerungen und vielleicht sogar einen Euro aus der Tasche abgeluchst. Aber bei Penny? Ich kann mir das nur so erklären, dass die Markenrechte mittlerweile so billig sind, dass sich irgendein Oettinger oder 5,0 Bierproduzent denkt „Cool, eine witzige Marke für ’n Appel und ’n Ei – das steigert meine Verkäufe um ein paar Prozent“. Das ganz große Thema sind die Simpsons ja eigentlich nicht mehr.

Den nachfolgenden fiktionalen Food-Produkten von Joshua Budich bin ich noch nicht im Penny Markt begegnet und ich vermute, dass sich daran bald auch nichts ändert. Anders als der flächendeckenden Duff-Verfügbarkeit stehe ich Joshuas Arbeiten auch positiver gegenüber. Sie bleiben brav im Mediensystem, wuchern nicht in mein Leben hinein und sind wie alles (außer meine eigenen Bilder), was ich hier so zeige, handwerklich tipp-topp. Wem das unten alles nichts sagt, greift bitte auf folgende Spoiler Links zurück.

Joshua Budich Fictional Food

© by Joshua Budich

Joshua Budich Fictional Food

© by Joshua Budich

Joshua Budich Fictional Food

© by Joshua Budich

Während sich die tonangebenden Medien in Deutschland auf eine Berichterstattung zu politischen Entwicklungen im Osten einigten, reiste ich nach Moskau. Dort nahm ich Russland persönlich unter die Lupe. Bei meinem Streifzug klapperte ich Sehenswürdigkeiten, alternativere Ecken und, wie könnte es anders sein, kulinarische Hot- und Cold-Spots ab.

Die Kathedrale des seligen Basilius am roten Platz

Die Kathedrale des seligen Basilius zwischen Chaos und Symmetrie, Kirmes und Baukunst.

Supermarkt in Moskau

Stilvolles Einkaufen: In diesem etwas schöneren Supermarkt findet sich das Döschen Kavier zu 1.000 Euro und Cognac für 5.000 Euro genauso wie Soviet-Schokolade und Billig-Fusel.

Vogelscheuche oder interaktiver Kleiderständer in Moskau

Interaktiver Kleiderständer (hält durch ihre Bewegungen im Wind Vögel fern)

Soviet Eis in Konsumtempel

Soviet-Eis (steinhart, aber karamellig-lecker) im Edel-Konsumtempel.

Der Vorplatz des roten Platzes

Der „Vorplatz“ des roten Platzes (Красная Площадь). Der rote Platz heißt übrigens nicht so aufgrund der Farbe seiner Gebäude oder politischen Gesinnungen seiner Erbauer. „красный“ (krasny) hieß im Russischen früher nur sowohl „schön“ als auch „rot“. Heutzutage verwendet man „красный“ nur noch im Sinne von „rot“ und so heißt der rote Platz roter Platz, obwohl man ursprünglich „schöner Platz“ meinte.

Nouvelle Cuisine auf Russisch

Nicht nur die Nouvelle Cuisine lehnt alles Komplizierte ab, will Kochzeiten verkürzen und kräftige Marinaden verbannen. Auch in diesem ukrainischen Restaurant hielt diese Vorspeise ihr Versprechen: Gemüse. Nicht mehr und nicht weniger!

Konsumkritik in Moskau

Russische Designstudenten inszenieren Konsumkritik.

Craft Beer aus Russland

Craft Beer made in Moscow. Das „Fuel American Premium“ der Brickstone Brewery mit 4,7% überzeugt mit voller Malzkeule, Süffigkeit bei gleichzeitiger Spritzigkeit und begeistert mit Maronennote.

Gefährliche Küche in Moskau

Zutaten werden hier ohne Rücksicht auf Kollateralschäden mit dem Kochmesser kleingehackt. Dass die Moskauer daraus keinen Hehl machen, zeigt diese Restaurantterasse.

Moskauer U-Bahnstation

Immer wenn der Weg das Ziel ist, befindet man sich vermutlich in der Moskauer U-Bahn (9 Mio. Fahrgäste täglich auf 302 Kilometern Wegstrecke).

Frühstückswagen in Moskau

Der Frühstückswagen ist da!

Hipster Veranstaltung "Stay Hungry Backyard" im Gorky Park

Beim „Stay Hungry Backyard“ Event im Gorky Park arbeiten sich die Moskauer an ihrer Version des Hipstertums ab. Auch teuer importiertes Augustiner und Cidre können nicht den Eindruck verwischen, dass die „Burger Brothers“ noch weit von der Qualität der „Fetten Kuh“ entfernt sind.

Kaffee bei CreativeMornings MOW

Bei den „CreativeMornings Moscow“ warten die Besucher auf Kaffee mit Herz.

Verziertes Fenster in Moskau

Für Moskau gilt das gleiche wie für die Berichterstattung über die Moskauer Politik: Genau hinsehen rentiert sich!

Wer von labyrinthischen Wegen durchs Brot spricht, meint wohl das Wirken und Auswirken der Hefe im Teig. Oder er hat einen an der Waffel. Oder schreibt einen Blog. Oder hat einen an der Waffel und schreibt einen Blog. Ok, Schluss damit.

Labyrinthische Wege durch das Brot bedeutet bei Martin Roller: Feines Schnittwerk in der Schnitte. Wäre ich 3 mm groß hätte ich einen Heidenspaß mit dem Brot, aber auch mit 185 cm finde ich das nicht unspannend. Das gilt auch für seine Kritik an unserem Umgang mit der Umwelt. Eine von der Sonne knalleorange gefärbte Apfelsine kann nur ein Sinnbild für die Erderwärmung sein. Die Abschürfungen der Schale ergeben die Umrisse der Kontinente, die prall gefüllten Weltmeere drohen den feinen weißen Pelz zum Zerbersten zu bringen. Ein wahrhaft aufrüttelndes Bild. Oder vielleicht auch einfach die die aus Langeweile und Talent geborene Idee mit der dicken Apfelsinenschale herumzuexperimentieren.

Ich komme nicht drumrum, bei Martin Rollers Arbeiten auf abwegige Gedanken zu kommen, aber auch in ihrer handwerklichen Finesse wissen die Werke zu fesseln. Auch auf Martins Website donnert es nur so vor Kreativgewittern. Ihr kennt das mit der Weiterklickempfehlung.

Orangenwelt

© by Martin Roller

Apfelburger

© by Martin Roller

Brotlabyrinth

© by Martin Roller

Ähnlich wie debelloculinario lebt Jenny Acosta ihre Schwäche für Sprache im Internet aus. Ihre sprachlichen Volten wenden Worte zu kleinen und feinen, verschmerzbar simplen, neuen Bedeutungen. Anders als bei debelloculinario hilft Jenny ihr Talent bei der Bebilderung der kleinen Wortspiele, die die sprachliche Referenz in klar erkennbare, saftige Rote Bete, frisches Brot oder einen lecker kräutrigen Tee transformiert.

Das klingt sperriger als es ist, wie der geneigte Leser schon bemerkt hat, wenn er das Lesen des letzten Absatzes aufgegeben hat, um einen Blick auf die Arbeiten der Guten zu werfen. Wasserfarbenartig aber weniger schmierig kommen die kleinen Sketches daher, die eine gewisse Flüchtigkeit unterstellen lassen. Flüchtig heißt hier aber nicht dahingerotzt, sondern leichtfüßig, könnerhaft aufs digitale (?) Papier gepinnt.

Gepinnt sei hier auch der Link zur Jenny Seite, auf der sich mehr dieser netten, unverhängnisvollen Design Pieces für Eure Klicks bereit halten.

We're a matcha made in heaven

© by Jenny Acosta

My heart beets for you

© by Jenny Acosta

I loaf you

© by Jenny Acosta

Schimären aus verworrenen, hungrigen Träumen präsentiert uns Aleksandra Kingo. Pink gepinselte Bananen pellen sich aus der Schale, statt Mayo-Ketchup Schranke thront König Zahnpasta als Topping auf dem Hot Dog und die Erdbeere präsentiert sich in der Anti-Essen Farbe blau.

Ein wenig Ratlosigkeit verbreitet sich natürlich beim Betrachter, doch aufgrund der minimalistischen Komposition – man beschränkt sich aufs Wesentliche – können die ganz großen nervlichen Zusammenbrüche vermieden werden. Bei der nahezu pornographisch-grellen Ausleuchtung der am Sättigungslimit stehenden Farben dürfte sich jedoch bei dem einen oder anderen Erythrophobie ausbreiten.

Erröten hin oder her- wenn man so viele Worte zu einem Internet Zufallsfund finden kann, ist das schon eine Verlinkung wert. In diesem Falle führt sie direkt zur Künstlerin, die Massenhaft weitere tolle Arbeiten bereithält. Give it up for Aleksandra Kingo.

Pinke Banane

© by Aleksandra Kingo

Hot Dog mit Zahnpasta

© by Aleksandra Kingo

Blaue Erdbeere

© by Aleksandra Kingo

Zum zweiten Mal meldet sich de bello culinario mit einem Reisepost. Anders als bei meinem Eintrag zu Hangzhou sind die EIndrücke ganz frisch und ich nutze die Bilder, um die gerade verstrichene Zeit in der tollen Umgebung nochmals vor dem inneren Auge zu projizieren, sozusagen als visuelle Coda bevor es wieder morgen auf die Arbeit geht.

Provence: Lavande oder Lavandin?
„Der Lavendel ist die Seele der Haute Provence“ heißt es bei Jean Giono. „Nicht ganz falsch denken wir“, während wir an den malvenfarbenenen Flächen mit unserem Leihwagen entlangfahren und dabei tief einatmen.

Provence: Ochsenherz
Hier ist jeder klar im Vorteil, der kein Französisch versteht: eine für meinen Geschmack zu säuerliche, etwas unförmige Tomate versteckt sich hinter dem martialischen Namen „Herz des Ochsen“

Provence: Knoblauch
„Haben Sie auch Knoblauch?“

Provence: Gorges du Verdon
Die Verdonschlucht ist nicht nur an manchen Stellen doppelt so hoch wie der Eiffelturm, sondern fügt sich auch in eine unverschämt verschwurbelt schöne Umgebung.

Provence: Amaranth
Nicht dass ich jetzt wüsste, was ich mit dem Amaranth-Päckchen anstellen soll, das seit etwa einem Jahr in unserer Vorratskammer sein unaufgeregtes Dasein fristet. Zumindest habe ich jetzt schon mal eine Amaranth Pflanze gesehen.

Provence: Opium Topf
Sollte in keinem Haushalt fehlen: das Fayence Opium Töpfchen

Provence: Lavendelmuseum
Im Lavendelmuseum lässt sich antrainieren, wie man Lavandin von Lavande unterscheidet. Oder man gönnt sich die Unwissenheit, streift durch die Räume und erfreut sich an Mixed-Media Geschichten wie dieser hier.

Provence: Ausblick

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